Keramikimplantate

Wissenschaftliche Ergebnisse aus klinischen Langzeitstudien, die bis zu zehn Jahre zurückreichen, zeigen, dass Keramikimplantate aus Zirkonoxid eine metallfreie und biokompatible Behandlungsalternative zu den derzeit üblichen Titanimplantaten bieten. Die veröffentlichten Erfolgs- und Überlebensraten von Keramikimplantaten liegen bei 95%, was vergleichbar mit den Raten von Titanimplantaten ist. Keramikimplantate ermöglichen es, die natürliche Ästhetik der Zahnwurzel zu imitieren.

Gerade im Frontzahnbereich lassen sich so sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielen. Ist die Gingiva beispielsweise sehr dünn, so kommt es vor, dass man die Titanschrauben durch die dünne Schleimhaut grau durchschimmern sieht. Bei zahnfarbenen Implantatschrauben lässt sich das vermeiden. Auf dem Zirkonoxid findet eine geringere Plaqueanlagerung statt. Somit besteht ein geringeres Risiko für eine periimplantäre Entzündung. Die Osseointegration, also das Verwachsen der umliegenden Knochengewebe mit der Implantatoberfläche, ist bei vielen

Zirkonoxidimplantaten vergleichbar mit modernen Titanimplantaten mit aufgerauter Oberfläche. Auch das Weichgewebe um das Keramikimplantat legt sich nachweislich optimal an, sodass eine reizfreie Anheftung entsteht. Im Vergleich zu Titanimplantaten konnte eine vergleichbare oder sogar bessere Heilung, weniger entzündliche Infiltrate, eine reduzierte Plaqueadhäsion und eine signifikante Reduktion der bakteriellen Adhäsion beobachtet werden. Dies führt in der Summe zu einem positiven Effekt auf die Gesundheit des periimplantären Weichgewebes. Auch Patienten, die sich aufgrund des Metalls bzw. Titans noch keine Implantate einsetzen lassen wollten oder konnten, können jetzt mit Implantaten versorgt werden. Es kommt zwar selten vor, dennoch gibt es Patienten, mit einer nachgewiesenen Titanunverträglichkeit.

Nach einer anfänglichen Phase der extremen Zurückhaltung, gibt es immer mehr Initiativen, die wissenschaftliche Beiträge zur fortschreitenden Entwicklung von Keramikimplantaten erstellen. Problematisch bei Keramikimplantaten sind die uneinheitlichen Qualitätsstandards der zwischenzeitlich vielschichtig angebotenen Systeme. Hier ist es wichtig, mit renommierten Implantatfirmen zusammenzuarbeiten, die auf mittlerweile mind. zehn Jahre Forschungsergebnisse zurückblicken können und somit technologische Vorreiter auf dem Gebiet der Keramikimplantate sind.
In den letzten Jahren konnten Zirkonoxidmaterialien optimiert werden, sodass das Material exzellente mechanische Eigenschaften wie eine Korrosions- und Abrieberesistenz sowie eine hohe Biegefestigkeit besitzt.

Zirkonoxid kann sich aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschafen durchaus als Alternative zum Titanimplantat etablieren, wobei es sehr wahrscheinlich das Titanimplantat nicht ersetzen wird, sondern eine Ergänzung zu diesem darstellt. Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen im Vergleich zu Titanimplantaten allerdings klinische Langzeitergebnisse, die länger als zehn Jahre zurückreichen.

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.

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Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste

Immer wieder gibt es neue Studien über die Vor- und Nachteile von elektrischen und Handzahnbürsten. Neuste Studien zeigen, dass bei gleicher Putzzeit elektrische Zahnbürsten eine bessere Reinigungswirkung erzeugen, als Handzahnbürsten. Die Mehrheit der Studien, die elektrische und Handzahnbürsten miteinander vergleichen, zeigen verbesserte Putzergebnisse bei elektrischen Bürsten in Hinblick auf die Plaque-Reduktion, Gingivitis und Zahnfleischbluten.

Bei elektrischen Zahnbürsten unterscheidet man zwischen rotierenden und oszillierenden Modellen, schallbetriebenen Zahnbürsten oder ultraschallbetriebenen Bürsten. Während rotierende Bürstenköpfe kreisende Bewegungen erzeugen, schwingen oszillierende Bürstenköpfe hin- und her.

Bei einer Schallzahnbürste wird der Bürstenkopf in hochfrequente mechanische Schwingungen von bis zu 30.000 Schwingungen pro Sekunde versetzt. Hierbei werden die Zähne nicht durch die Schallwellen als solches gereinigt, sondern durch die sich mit relativ hoher Frequenz bewegenden Borsten. Ultraschallzahnbürsten hingegen werden durch elektromagnetische Ultraschallschwingungen von bis zu 1,6 Millionen Impulsen pro Sekunde betrieben.

Die Schwingungen bei einer Ultraschallzahnbürste werden über eine Magnetspule im Bürsteninneren erzeugt. Das ständig wechselnde Magnetfeld sorgt für die Bewegung des Bürstenkopfes, der selbst auch einen Magneten enthält. Dadurch erfolgt die Reinigung der Zähne nicht durch Borsten – wie bei der herkömmlichen Schall Zahnbürste –, stattdessen bilden sich während des Putzens durch die Schwingungen der Ultraschallzahnbürste kleine Blasen, die daraufhin platzen und somit den Schmutz von den Zähnen katapultieren (Kavitationseffekt). Auf diesem Wege können Bereiche der Zähne gereinigt werden, die rein mechanisch nicht erreicht werden würden.
Entscheidend für die Effizienz der Zahnreinigung ist jedoch die korrekte Anwendung. Bei oszillierenden Modellen muss der Bürstenkopf an jedem Zahn einzeln aufgelegt werden. Wer also penibel putzt, dem sollte eine oszillierende elektrische Zahnbürste, am besten mit rundem Bürstenkopf, ausreichen. Wer nicht ganz so gründlich putzt, der sollte eine Schall- oder Ultraschallzahnbürste verwenden.

Der Kauf einer elektrischen Zahnbürste sollte immer den individuellen Bedürfnissen angepasst sein. Liegen zum Beispiel Probleme mit dem Zahnfleisch vor, sollte über eine Ultraschallzahnbürste nachgedacht werden, da elektromagnetische Schwingung schonender gegenüber dem Zahnfleisch ist, als mechanische Schwingung. Wurden sie schon öfter darauf hingewiesen, dass sie zu viel Druck beim Zähneputzen ausüben, ist eine elektrische Zahnbürste empfehlenswert, die einen bei zu hohem Druck darauf hinweist, weniger Druck anzuwenden. Schallzahnbürsten sind im Vergleich zu Ultraschallzahnbürsten weiter verbreitet, sollten aber bei den genannten Problemen in Erwägung gezogen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die modernen elektrischen Zahnbürsten in Bezug auf Putzleistung und Komfort den Handzahnbürsten überlegen sind, aber immer individuell entschieden werden sollte, welche Zahnbürste am sinnvollsten ist.

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Berufe in der Zahnmedizin

  1. ZFA- Zahnmedizinische Fachangestellte
  2. ZMF- Zahnmedizinische Fachassistentin
  3. ZMP- Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin
  4. ZMV- Zahnmedizinische Verwaltungsangestellte
  5. DH- Dentalhygienikerin
  6. Medizinmanagement- Bachelor of Arts
  7. Praxismanagement

 

  1. ZFA – Zahnmedizinische Fachangestellte

Zahnmedizinische Fachangestellte (früher: „Zahnarzthelferinnen“) assistieren bei zahnärztlichen Untersuchungen und Behandlungen, empfangen und betreuen Patienten und organisieren Praxisabläufe. Die Ausbildung umfasst drei Jahre und beinhaltet Grundkenntnisse des Abrechnungswesens, des Durchführens von zahntechnischen Arbeiten im Labor, Kenntnisse über die Praxishygiene, den Umgang mit Arzneimitteln, Grundkenntnisse über Krankheiten, Patientenbetreuung, Prophylaxemaßnahmen, die Anwendung von Röntgenstrahlen sowie die Anwendung und Pflege medizinischer Geräte und Instrumente. Die Ausbildung zur ZFA stellt also die Grundausbildung dar, auf der fast alle anderen Weiterbildungen aufbauen.

 

  1. ZMF – Zahnmedizinische Fachassistentin

Zahnmedizinische Fachassistentinnen unterstützen Zahnärzte bei der Behandlung. Diese berufliche Weiterbildung setzt die dreijährige Ausbildung zur ZFA sowie eine – je nach Bundesland unterschiedlich – ein- oder zweijährige Berufserfahrung voraus. Zudem muss die erfolgreiche Teilnahme am Kurs der prothetischen Assistenz sowie ein Prophylaxe-Basiskurs, ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Röntgenkurs nachgewiesen werden. Zahnmedizinische Fachassistentinnen übernehmen qualifizierte Aufgaben, wobei der Schwerpunkt in der behandlungsbegleitenden und unterstützenden Parodontitistherapie, der Kariesprävention und der Prophylaxe liegt. Die Aufstiegsfortbildung umfasst mindestens 700 Stunden und lehrt unter anderem das Anfertigen von Provisorien, die Zahnreinigung, die Fissurenversiegelung, kieferorthopädische Maßnahmen, Füllungspolituren, etc.

 

  1. ZMP – Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin

Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen führen unter zahnärztlicher Aufsicht Behandlungen durch, die Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vorbeugen und klären Patienten über die richtige Zahnpflege auf. Die Weiterbildung zur ZMP dauert in Vollzeit drei Monate, in Teilzeit sieben Monate und im Fernunterricht sechs Monate. Die Voraussetzung für die Weiterbildung ist die dreijährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZMF) sowie eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit in diesem Beruf. Nach dieser Weiterbildung ist die ZMP in der Lage, eine umfassende Individualprophylaxe in allen Altersstufen inkl. der professionellen Zahnreinigung durchzuführen.

 

  1. ZMV – Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin

Zahnmedizinische Verwaltungsassistentinnen erledigen kaufmännische, organisatorische und verwaltende Arbeiten. Die Weiterbildung dauert vier bis 18 Monate, je nachdem ob die Ausbildung in Vollzeit, Teilzeit oder per Fernunterricht absolviert wird. Voraussetzungen für diese Aufstiegsfortbildung ist die dreijährige Ausbildung zur ZFA sowie eine – je nach Bundesland- ein- bis zweijährige Berufserfahrung. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Abrechnungswesen. Weitere Aufgabenfelder liegen in der Praxisorganisation und dem Management der Praxis. Während der Weiterbildung werden unter anderem Grundlagen der Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Rechtsvorschriften, EDV-Kenntnisse, Hygienemanagement und Praxismarketing gelehrt.

 

  1. DH – Dentalhygienikerin

Die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin ist eine Aufstiegsfortbildung im Bereich der Prophylaxe. Der Schwerpunkt liegt in der Parodontologie, also in der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Zudem klärt die Dentalhygienikerin über Zahn- und Mundgesundheit auf, auch in Hinblick auf Ernährung und das richtige Putzverhalten. Die Weiterbildung zur Dentalhygienikerin dauert ca. 800 Stunden und setzt die dreijährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) und eine zweijährige Berufserfahrung voraus. Zudem muss vorher eine Weiterbildung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) oder Zahnmedizinischen Fachassistentin (ZMF) sowie eine mindestens einjährige Berufserfahrung in der jeweiligen Weiterbildung stattgefunden haben. Ein Röntgenkurs sowie ein Erste-Hilfe-Kurs sind ebenfalls Grundvoraussetzung. Die Dauer der Weiterbildung beträgt in Vollzeit sechs Monate, berufsbegleitend 13 Monate.

 

  1. Medizinmanagement- Bachelor of Arts

Der Bachelor in Bereich Medizinmanagement umfasst 8 Semester und bildet die Studierenden aus, anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben in Arzt- und Zahnarztpraxen und in praxisübergreifenden ambulanten Versorgungseinrichtungen zu übernehmen. Hierzu gehören Kenntnisse über die betriebswirtschaftliche Führung und Organisation der Arzt- bzw. Zahnarztpraxis. Die Schwerpunktthemen des Studiums sind unter anderem Praxismanagement, Kommunikation und Betriebswirtschaft. Zudem werden Themen wie Führungspsychologie, Controlling, Kundenmanagement und Forschungsmethoden gelehrt. Das Studium kann berufsbegleitend absolviert werden. Grundvoraussetzung für das Studium ist eine abgeschlossene Ausbildung sowie eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in einer Arzt- oder Zahnarztpraxis oder in einer praxisübergreifenden ambulanten Versorgungseinrichtung.

 

  1. Praxismanagement

Das Praxismanagement-Studium dauert 4 Semester und kann berufsbegleitend absolviert werden. Ziel der Weiterbildung ist es, in enger Abstimmung mit Arzt bzw. Zahnarzt betriebswirtschaftliche Praxisziele zu realisieren sowie anspruchsvolle Führungs- und Managementaufgaben zu übernehmen. Die Voraussetzung für diese Weiterbildung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium sowie eine zweijährige Berufserfahrung in einer Einrichtung des Gesundheitswesens. Zu den Schwerpunktthemen zählen die Gestaltung der Arbeitsabläufe, das Personalmanagement und die Personalführung, das  Qualitätsmanagement der Praxis, Aufgaben im Bereich des patientenorientierten Marketings sowie Controllingaufgaben im Bereich der Abrechnung.

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Die achte Fortbildungswoche auf Island 2015

The 8th Icelandic Educational Week 2015
Advanced Course with Focus on Modern Evidence Based Reconstructive Dentistry using Oral Implants
Ein Fortbildungs- und Urlaubsbericht von Dr. MSc. Derk Siebers

Island hautnah kennen zu lernen, zu erleben und eine hervorragende Fortbildung zu besuchen. Diesse Möglichkeit besteht bei der Isländischen Fortbildungswoche in Reykjavik. Ziel von Prof. Bjarni Pjetursson, Dekan der zahnmedizinischen Fakultät der Isländischen Universität in Reykjavik, ist es seine Heimat zu präsentieren und eine hochkarätige Fortbildung zu veranstalten.

Das ist ihm mit der Icelandic Week 2015 zum wiederholten Mal gelungen. Die Veranstaltung befindet sich mit ihrer Thematik in der Tradition der Winterfortbildung in Les Diablerets, die fast dreißig Jahre stattgefunden hat. Seit 1981 veranstaltete dort Prof. Nikolaus Lang von der Universität Bern diese parodontal-prothetisch und implantologisch  orientierte Fortbildung. Les Diablerets setzte Maßstäbe; insbesondere wegen des synoptischen Behandlungsansatzes von Prof. Lang. Er war als Lehrstuhlinhaber für Parodontologie und festsitzenden Zahnersatzes prädestiniert für den „Blick über den Tellerrand“ des engen Fachgebiets und protegierte einen „synoptischen“ extrem zahnerhaltenden Therapieansatz. Genau dieses zahnerhaltende parodontal-orientierte Konzept wird auch von Prof. Langs ehemaligem Schüler Prof. Bjarni Pjetursson vertreten und in seinem einwöchigen Kurs vermittelt. Pjetursson war viele Jahre Oberarzt in der Abteilung für Parodontologie und festsitzenden Zahnersatz von Prof. Lang und hat dort sowohl die  Facharztausbildung für Prothetik als auch für Parodontologie absolviert.

Eine Woche Island mit einem prall gefüllten Programm – einer Kombination aus tagsüber Fortbildung und Abends Sightseeing. Natürlich war auch die Auswahl der Referenten hochkarätig. Neben den bereits erwähnten Kursleitern Prof. Lang und Prof. Pjetursson, dessen gesamtes Team die Woche mitgestaltete, waren mit Prof. Irina Sailer und Dr. Rino Burkhardt weitere bekannte Namen im Referentenpool. Prof. Pjetursson hat es geschafft Teilnehmer aus ganz Europa und Asien und sogar aus Australien zu mobilisieren. Die roten Punkte auf der Karte zeigen, wo die Teilnehmer der diesjährigen Icelandic-Week herstammten. Eine bunt gemischte internationale Teilnehmerschar. Die Kurssprache war selbstverständlich englisch.

Die teilnehmenden Zahnärzte wurden, wie das auch schon in Les Diablerets üblich war, in Gruppen aufgeteilt, die mit den Farben grün, rot, gelb und blau gekennzeichnet waren. Jede Gruppe hatte einen Gruppenleiter, der für die Erfüllung der gestellten Aufgaben verantwortlich war, und jeder Gruppe waren 2 Betreuer aus dem Referentenpool zugeordnet. Der Kurs hatte die Dauer von einer Woche mit insgesamt 44 Fortbildungsstunden. Start war am Samstag, den 27.6.2015 am späten Nachmittag mit einem ersten Vortrag von Prof. Lang, der die grundlegenden Prinzipien der Behandlungsplanung darstellte und sein Credo vertrat: „Keep the end in mind“, was bedeutet bereits bei der Behandlungsplanung das zu erreichende Behandlungsziel klar definiert zu haben und während der Behandlungsphase stringent anzusteuern.

Spätestens bei der ersten Fallpräsentation wurde den Teilnehmern klar, warum wir in Gruppen eingeteilt worden waren. Es kam Eigeninitiative auf die Teilnhemer zu. Nach dem ersten Referat wurde die Ausgangssituation eines Behandlungsfalles vorgestellt und die Gruppen mussten – quasi als „Hausaufgabe“ – die Behandlungsplanung durchführen. Insgesamt mussten im Verlauf der Fortbildungswoche von jeder Gruppe 4 Behandlungsfälle geplant, präsentiert und vor dem Auditorium und den Referenten verteidigt werden.

So begann auch unser erster voller Fortbildungstag pünktlich um 8.30 Uhr mit der Fallpräsentation und einer ausgiebigen, teilweise äußerst konträr geführten Diskussion über die Lösung der Behandlungsfälle.

Der Vormittag wurde durch Vorträge von unterschiedlichen Referenten zu den Themen Gewebeintegration und mikrobiologischen Aspekten in der Implantologie sowie der Patientenvorbereitung gestaltet.

Und nun kommt das besondere der Fortbildung auf Island: Das nachmittägliche Fortbildungsprogramm wurde mit Sightseeing kombiniert.
Nach dem Vormittagsprogramm wurden wir mit dem Bus in die bekannte Blaue Lagune gefahren, wo wir ein hervorragendes Mittagessen serviert bekamen. Aber, wer nun dachte die „wisssenschaftliche Arbeit“ sei getan, hatte weit gefehlt. Prof. Pjetursson führte uns nach dem Mittagessen in Fortbildungsräume, wo zwei Stunden intensiver Fortbildung zum Thema Behandlungsplanung und Entscheidungsfindung absolviert werden mussten. Erst danach durfte natürlich zum krönenden Abschluss das obligatorische Bad im Thermalfreibad der Blauen Lagune nicht fehlen.

Der Montag stand ganz im Zeichen der Parodontalchirurgie und GTR (Guided Tissue Regeneration) mit Membranen und Schmelzmatrixproteinen. Theorie und Live-OP am Vormittag und praktische Übungen an Modellen und am Schweinekiefer am Nachmittag.
Auch diesen Abend wurden wir mit Sightseeing belohnt.  Mit dem Bus wurden wir an die Südküste gefahren und von unserem Gastgeber Prof. Pjetursson zu einem grandiosen Hummer-Diner und einem anschließenden Strandspaziergang eingeladen.

Dienstag und Mittwoch wanderte der Fokus der Fortbildungsveranstaltung auf die  Implantat- sowie die Augmentationschirurgie (GBR – Guided Bone Regeneration).  Jeweils vormittags wurden die theoretischen und evidenzbasierten Fakten präsentiert sowie Live-OP´s präsentiert und am Nachmittag standen Hands-on-Übungen an Modellen und am Schweinekiefer auf dem Programm. Prof. Pjetursson, der neben seiner Professur eine private Praxis in Reykjavik führt, imponierte durch seine unaufgeregte, souveräne und ruhige Operationstechnik, sowie sein immenses evidenzbasiertes Wissen, das er stets mit seinem isländischen Humor bereicherte.

Das Abendprogramm an diesen beiden Tagen konnte frei gestaltet werden. Diese Möglichkeit wurde von uns ausgiebig genutzt. Da die Tage im arktischen Sommer sehr lang sind und es faktisch nie vollständig dunkel wurde, stand genug Zeit zu ausgedehnten Ausflügen mit dem Mietauto in die nähere und auch weitere Umgebung von Reykjavik zur Verfügung.

Unter anderem buchten wir eine Tour in einen der größten Gletscher Europas, dem Langjökull. Die erst im Mai diesen Jahres eröffnete Attraktion mit Tunnel und Höhlen im Gletscher Langjökull liegt etwa 1,5 Autostunden nördlich von Reykjavik. Es ist eine faszinierende Erfahrung etwa 30 Meter in die Tiefe eines Gletschers einzudringen und nur noch von Eis umgeben zu sein.

Eine weitere unvergessliche Erfahrung war es in einer 6 minütigen Fahrt mit einem Hochhausscheibenputzerfahrstuhl 120 Meter in die Tiefe des erloschenen Vulkankraters Thrihnukagigurb gefahren zu werden. Das intensive, durch die vulkanische Aktivität produzierte, Farbenspiel der Innenwände des Kraters ist imponierend und nachhaltig beeindruckend.

Die Autofahrten zu diesen Attraktionen durch die isländische Landschaft mit ihren schroffen Lavastrukturen, den Seen und Wasserfällen waren zeitlich durchaus aufwendig aber kurzweilig und wurden von uns immer wieder unterbrochen , um in irgendeinem der Naturthermen ein herrlich warmes Bad zu nehmen. Natürlich führte diese Kombination aus intensiver Fortbildung mit ausgedehnten Ausflügen zu einem kumulierenden Schlafdefizit, das aber aufgrund der ständigen Helligkeit von uns als durchaus erträglich empfunden wurde.

Der Donnerstag war wieder ein typischer „Icelandic Week“-Tag mit der Mischung aus Fortbildung und Sightseeing. Prothetische Aspekte der Implantatbehandlung standen an diesem Tag im Vordergrund. Prof. Sailer aus Genf gestaltete mit ihren Vorträgen den Vormittag, bevor die Busrundfahrt „The Golden Circle“ begann. Als den „Golden Circle“ bezeichnet man die Rundfahrt zu den drei Hauptsehenswürdgkeiten der Umgebung von Reyskjavik: Zum Gullfoss, dem goldenen Wasserfall sowie zum zuverlässig alle 10 Minuten ausbrechenden Geysir Strokkur und der seit dem Jahre 930 bestehenden Versammlungsstätte der Wikinger Thingvellir.

Selbstverständlich wurde auch diese Busrundfahrt wieder unterbrochen von zwei Vorträgen über implantatgetragenen herausnehmbaren und festsitzenden Zahnersatz bei unbezahnten Patienten. Zum Abschluss des Tages wurden alle Teilnehmer vom Sponsor der Veranstaltung, der Firma Straumann, zum Diner eingeladen. Die Rückkehr nach Reykjavik war weit nach Mitternacht.

Der letzte vollständige Fortbildungstag wurde nochmals von den Referenten Sailer, Burkhardt, Pjetursson und Lang gestaltet und behandelte vor allem das Komplikationsmanagements. Alle Aspekte zur Vermeidung aber auch des Managements von biologischen, ästhetischen und technischen Komplikationen wurden vorgestellt und diskutiert.

Die Abschlussveranstaltung fand im privaten Haus des Gastgebers Prof. Pjetursson statt. Dort wurde unter dem Motto „Gala Barbecue the Icelandic way without a tie“ ein opulentes Abendessen serviert. Viele neu entstandene Freundschaften zwischen den Teilnehmern und Referenten konnten gepflegt und auch vertieft werden.

Den abschließenden Samstag verbrachten wir mit einem Ausflug in den äußersten Süden der Insel – nach Vik, wo wir unter anderem die Strände Reynisfjara und den Schwarzsandstrand besuchten und eine ausgedehnte Gletschertour auf dem Myrdalsjökull unternahmen.

Mein privates Fazit: Insgesamt eine empfehlenswerte, weil sehr praktisch orientierte Fortbildungsveranstaltung. Prof. Pjetursson schafft es mit seiner großen praktischen Erfahrung und seinem immensen Fachwissen gepaart mit einem guten Schuss isländischen Humors die Teilnehmer ständig in seinen Bann zu ziehen. Gleiches gilt für die anderen erfahrenen Referenten.

Die Kursorganisation mit der beschriebenen Mischung aus Wissensvermittlung und dem Besuch von Sehenswürdigkeiten ermöglicht ein nicht nur oberflächliches Kennenlernen Islands. Nutzt man die entstehende Freizeit aufgrund der langen arktischen Tage zu weiteren Exkursionen, so ist es durchaus möglich, sich einen guten Eindruck von Island zu verschaffen

Die nächste Möglichkeit Island kennenzulernen und sich fortzubilden besteht vom 25. Juni bis zum 2. Juli 2016 – Informationen unter
www.icelandicweek.com

artikel01

www.icelandicweek.com

Teilnehmer und Referenten der Isländischen Fortbildungswoche

Teilnehmer und Referenten der Isländischen Fortbildungswoche

Prof. Pjetursson

Prof. Pjetursson

„Blue Lagoon“

„Blue Lagoon“

Die Berliner Teilnehmer mit Prof. Nikolaus Lang (Mitte), Dr. MSc. Derk Siebers (re) und Dr. Carla Noppe (li)

Die Berliner Teilnehmer mit Prof. Nikolaus Lang (Mitte), Dr. MSc. Derk Siebers (li.) und Dr. Carla Noppe (re.)

Dr. Noppe (Berlin) bei den praktischen Übungen

Dr. Noppe (Berlin) bei den praktischen Übungen

www.intotheglacier.is

www.intotheglacier.is

www.insidethevolcano.com

www.insidethevolcano.com

Gullfoss- Wasserfall

Gullfoss- Wasserfall

Geysir

Geysir

Thingvellir

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Reynisfjara Beach

Reynisfjara Beach

Black Sand Beach

Black Sand Beach

Der Autor mit seinem Lehrer Prof. Nikolaus Lang

Der Autor mit seinem Lehrer Prof. Nikolaus Lang

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Veröffentlicht unter Fortbildung, Implantologie

Zahnbeläge

Zahnbeläge bestehen aus mehreren Schichten. Schon kurze Zeit nach dem Zähneputzen bildet sich eine erste Schicht aus Eiweißen auf der Zahnoberfläche, das sogenannte Pellicle. Diese Schicht ist physiologisch und somit auch leicht entfernbar. Wird diese Schicht nicht entfernt können sich Bakterien aus der Mundhöhle auf diese Schicht anheften, da diese rau ist und eine gute Grundlage dafür darstellt. Dieser Vorgang kann soweit vorschreiten, so dass sich ein Biofilm aus vielen Bakterienstämmen bilden kann. Es entstehen feste und nicht mehr für den Patienten entfernbare Zahnbeläge. Da diese Zahnbeläge sehr viele Bakterien enthalten, können diese Erkrankungen an den Zähnen und am Zahnfleisch verursachen. Karies, Gingivitis (Zahnfleischentzündung) oder Parodontitis (Zahnbetterkrankung) wären die Folge. Um prophylaktisch dem entgegenzuwirken muss eine adäquate häusliche Mundhygiene durchgeführt werden. Regelmäßige Prophylaxesitzungen beim Zahnarzt sind ebenfalls empfehlenswert, da allein die häusliche Mundhygiene nicht ausreicht, um die Zähne gesund zu erhalten. Im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung, kann eine speziell ausgebildete Fachkraft (Dentalhygienikerin oder Prophylaxeassistentin) die Zähne reinigen, eine richtige Mundhygiene erklären und geeignete Putzmittel demonstrieren.

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