Amalgam

Als Amalgam bezeichnet man eine Legierung des Quecksilbers. Das in der Zahnarztpraxis verwendete Amalgam als Füllungsmaterial besteht aus Silber, Kupfer, Zink, Zinn, Indium und ca. zur Hälfte aus Quecksilber.
Aufgrund von möglichen schädlichen Effekten des enthaltenen Quecksilbers, wird Amalgam zunehmend durch andere Füllungsmaterialien z.B. Komposite, Gold oder Keramiken ersetzt.

Amalgam als Füllungswerkstoff bietet allerdings auch eine Reihe von Vorteilen. Amalgam wirkt bakteriostatisch, ist preiswert und hat eine relativ lange Haltbarkeit. Die Festigkeit und der Abrieb von Amalgam entspricht in etwa der des natürlichen Zahnes. Somit ist Amalgam gut geeignet für Füllungen an Zähnen mit stark belasteten Kauflächen.

Die Europäische Union versucht derzeit, die Verwendung von Amalgam zu reduzieren. So ist es in Deutschland seit Juli 2018 verboten, Amalgam bei Schwangeren, Stillenden und bei Kindern bis 15 Jahren zu verwenden, bei allen anderen gilt Amalgam noch immer als Kassenleistung. Die Kosten für Kunststofffüllungen werden von den Krankenkassen zudem bei einer nachgewiesenen Amalgamallergie oder bei schweren Nierenfunktionsstörungen übernommen. Weiterhin soll geprüft werden, ob ab 2030 komplett auf Amalgam verzichtet werden kann. Dies ist aber in erster Linie aus Umweltschutzgründen als aus gesundheitlichen Risiken der Fall. Die neue Einschränkung für Schwangere, Stillende und Kinder gilt aber lediglich dem vorsorglichen Gesundheitsschutz der Patienten. Zudem belastet das Material die Umwelt und muss als Sondermüll entsorgt werden. In Norwegen und Schweden ist der Einsatz von Amalgam bereits verboten. Die Umweltgefährdung durch das Quecksilber aus zahnärztlichem Amalgam ist aber vergleichsweise gering, sodass ein Verbot eher unwahrscheinlich ist. Patienten, die Amalgamfüllungen in ihrem Mund haben, sind im Schnitt vier- bis fünfmal so stark mit Quecksilber belastet wie Menschen ohne Amalgamfüllungen, dennoch liegt die Belastung weit unter den Grenzwerten (ein Patient mit zehn Amalgamfüllungen kommt auf nur etwa 2% des Grenzwertes).

Amalgamfüllungen, die gut gemacht und intakt sind, müssen nicht zwingend entfernt werden. Aus den Füllungen selbst wird weniger Quecksilber im Körper aufgenommen, als wir mit der Nahrung zu uns nehmen. Die Menge liegt weit unter den gesundheitsgefährdenden Grenzwerten. Das Quecksilber aus dem Amalgam wird in geringen Mengen erst freigesetzt, wenn die Füllung herausgebohrt wird. Liegt eine nachgewiesene Allergie gegen den Werkstoff Amalgam vor, sollten die Füllungen unter entsprechenden Vorkehrungen entfernt werden.
Seit den 90er Jahren ist es in Deutschland Pflicht, einen Amalgamabscheider in der Zahnarztpraxis zu haben, sodass das entfernte Amalgam bzw. Quecksilber nicht im Abwasser landet und so der Umwelt schaden würde. Während Amalgam unter den Bedingungen in der Mundhöhle relativ stabil ist, kann das entfernte Amalgam im Abwasser gefährliche chemische Reaktionen hervorrufen, beispielsweise mit aggressiven Reinigungsmitteln im Abwasser. Gelangt das Quecksilber in die Kanalisation, wird es weiter in Flüsse und Meere getragen, wo es sich beispielsweise in Fischen anreichert. Wenn die Folgekosten, die durch die Entsorgung von Amalgam entstehen mit einberechnet werden, ist Amalgam somit nicht das billigste, sondern das teuerste Füllungsmaterial.
Dass Amalgam als Füllungswerkstoff immer mehr an Bedeutung verliert, liegt aber vor allem an der unbefriedigenden Ästhetik.

Von einigen Allgemeinmedizinern und Zahnärzten wird empfohlen, das Quecksilber im Körper medikamentös auszuleiten. Hiervon raten wir ab. Denn zusätzlich zum Quecksilber werden auch lebenswichtige Spurelemente mit ausgeleitet die hinterher wieder in gleicher Konzentration zugeführt werden müssen. Dies ist in der Realität aber nicht umsetzbar, sodass es im Nachhinein oft zu Stoffwechselproblemen mit schweren Krankheitsbildern kommen kann. Das Ausleiten von Quecksilber sollte nur bei einer nachgewiesenen Quecksilbervergiftung erfolgen.

Kunststoff oder Keramik haben demgegenüber den Vorteil, dass sie zahnfarben sind und somit auch in sichtbaren Bereichen der Zähne verwendet werden können, ohne dass hinterher erkennbar ist, dass der betroffene Zahn mit einer Füllung versorgt ist. Aufgrund des höheren Aufwandes, der nötig ist, um einen Zahn mit Kunststoff oder Keramik zu versorgen, muss der Patient in der Regel dazu bezahlen.
Neu gelegt werden dürfen Amalgamfüllungen zumindest nicht mehr bei Schwangeren, Stillenden und Kindern bis 15 Jahre.

Bei Fragen sprechen Sie uns gern an.

Ihr Team der Praxis Dr. Siebers

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Veröffentlicht unter Implantologie

Titanunverträglichkeit

Titan gilt als ein biokompatibles Material mit einem sehr geringen Allergiepotenz und ist aktuell der Goldstandard als Material für Implantate. Allerdings können allergische Reaktionen durch Verunreinigungen mit anderen Metallen wie Nickel, Vanadium oder Aluminium verursacht werden. Titan selbst besitzt sehr gute Korrosionseigenschaften. Die selten auftretenden Unverträglichkeitsreaktionen gegen Titan entstehen wohl durch den Titanabrieb, der im Nanogrößenbereich stattfindet. Auf diesen Abrieb kann das Immunsystem mit einer gesteigerten Immunantwort reagieren. Um eine Titanunverträglichkeit auszuschließen, liegen drei Verfahren zur Diagnostik vor, die im Folgenden vorgestellt werden.
1. Titanstimulationstest
Die typische Unverträglichkeitsreaktion geht von Gewebemakrophagen (Fresszellen des Immunsystems) und Gingivaosteoklasten (Zellen, die für den Knochenabbau zuständig sind) nach Kontakt mit winzigen Titanpartikeln aus. Um diesen Test durchzuführen, wird dem Patienten Blut abgenommen, welches für zwei Stunden mit Titanpartikeln in Kontakt gebracht wird. Hinterher wird die Menge an produzierten Zytokinen Interleukin-1 (IL1) und Tumor Nekrosefaktor-alpha (TNF-α) bestimmt. Diese Zytokine locken anderen Zellen des Immunsystems an und können zentrale Reaktionen wie Fieber, Appetitlosigkeit oder Schlaflosigkeit auslösen. Zudem wird durch die Zytokinausschüttung die Synthese von Kortison und die Osteoklasten aktiviert, die wiederum den Knochenabbau steigern. Fällt das Testergebnis positiv aus, geht man von einer verzögerten und gestörten Einheilung der Titanimplantate aus. In diesem Fall sollten sie mit Ihrem Implantologen die genauen Risiken bei einer Implantation diskutieren und einen Behandlungs- oder Alternativplan finden.

2. Zytokinmorphismus
Um diesen Test durchzuführen, werden Zellen aus der Mundschleimhaut oder aus dem Blut des Patienten entnommen. Jeder Patient hat eine individuelle Entzündungsneigung. Diese bestimmt die Neigung der Makrophagen zur Ausschüttung von Zytokinen (TNF-α und IL1). Diese individuelle Entzündungsneigung lässt sich in der DNA anhand der sog. Polymorphismen (Sequenzvariation in den Genen) bestimmen. Es sind vier Polymorphismen bekannt, die zu einer verstärkten Entzündungsreaktion führen. Anhand dieser vier Polymorphismen können Patienten mit einer normalen Entzündungsreaktion von Patienten mit einer verstärkten Entzündungsreaktion unterschieden werden. Titanpartikel würden bei Patienten mit verstärkter Entzündungsreaktion eine verstärkte Zytokinausschüttung verursachen. Zudem werden Osteoklasten aktiviert, die zu einem verstärkten Knochenabbau führen, während die Osteoblasten, also die knochenbildenen Zellen gehemmt werden. Der Titanstimulationstest hängt eng mit der genetisch bedingten Entzündungsneigung zusammen. 90% der Patienten mit einem Entzündungsgrad 3 und Grad 4 (höchster Entzündungswert) haben einen positiven Titanstimulationstest. Trotzdem sind Grad 3 und Grad 4 Entzündungswerte kein Ausschlusskriterium für Titanimplantate. Es sollte allerdings auch ein Keramikimplantat als Alternative in Erwägung gezogen werden. Patienten mit einem hohen Entzündungswert müssen engmaschiger kontrolliert und mit Vorsicht behandelt werden. Auch in diesem Falle sollten sie mit Ihrem Implantologen die genauen Risiken bei einer Implantation diskutieren und einen Behandlungs- oder Alternativplan finden.

3. LTT-Test (Lymphozytentransformationstest)
Der LTT-Test bestimmt spezifische T-Lymphozyten, die bei allergischen Reaktionen des Spättyps ausgeschüttet werden. Allergische Reaktionen des Spättyps auf Titan sind aufgrund der Oxidationsfähigkeit des ionischen Titans bei mittleren pH-Werten allerdings sehr selten, da die oxidierten Titanpartikel im Vergleich zu anderen Metallionen, keine Metall-Protein-Komplexe bilden können. Gegen einen solchen Metall-Protein-Komplex reagiert das Immunsystem mit der Bildung spezifischer T-Lymphozyten, die bei dem LTT-Test gemessen werden können. Eine allergische Reaktion auf Titanpartikel selbst ist daher recht unwahrscheinlich. Reaktionen können eher aufgrund von Verunreinigungen durch andere Metalle auftreten.

Allergische Reaktionen auf Titan sind bisher noch nicht ausreichend untersucht worden. Allerdings wurden diverse Symptome wie Hautrötungen oder Implantatverluste beschrieben. Bei unerklärlichem Implantatverlust sollte also auch eine Titanunverträglichkeit in Erwägung gezogen werden und Keramikimplantate als Alternative bedacht werden.

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Veröffentlicht unter Fortbildung, Implantologie

Medizinische Versorgungszentren

Bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) handelt es sich um Großpraxen, die mehr als 10 Behandler beschäftigen dürfen. Bevor das Versorgungsstärkungsgesetz 2015 verabschiedet wurde, durfte sich ein MVZ nur aus mehr als 10 Behandlern unterschiedlicher Fachrichtungen zusammensetzen. Seit 2015 dürfen nun auch fachgleiche MVZ gegründet werden, so dass immer mehr zahnärztliche medizinische Versorgungszentren entstehen. Zudem erlaubt das Versorgungsstärkungsgesetz, dass ein solches Versorgungszentrum von fachfremden Investoren gegründet werden darf. Dies wird von der Zahnärzteschaft sehr kritisch beurteilt, da immer mehr Negativfälle aus dem In- und Ausland bekannt werden. Nach Meinung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer sollte die Öffnung des Marktes der zahnärztlichen Versorgung für Fremdinvestoren schnellstmöglich wieder geschlossen werden. Der ursprüngliche Sinn des Versorgungsstärkungsgesetzes, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern und Anreize für Ärzte zu bieten, in strukturschwache Gebiete zu gehen, konnte bisher noch nicht erreicht werden. Fast alle neu errichteten MVZ sind – entgegen der Intention des Gesetzgebers – in struktur- und einkommensstarken Regionen, vor allem in Großstädten entstanden.
Das Hauptproblem dieser gesetzlichen Neuregelung ist die Kommerzialisierung der Zahnmedizin, die letztendlich auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird. Angestellte Zahnärzte und betroffene Mitarbeiter berichten, dass von der Praxisführung in besagten MVZ die Rentabilität als oberstes Ziel vorgegeben wird. Das Problem liegt vor allem in der Möglichkeit der Gründung der MVZ durch Fremdinvestoren und nicht in der Möglichkeit der Gründung von versorgungsgleichen MVZ an sich. In erster Linie sollte die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung im Vordergrund stehen. Diese kann sowohl in einer Einzelpraxis als auch in einem zahnmedizinischen MVZ gut oder schlecht sein. Dabei ist die Organisationsstruktur an sich eher nebensächlich. Entscheidender ist, dass Fremdinvestoren als fachfremde Geldgeber nicht im gleichen Maße wie zahnärztliche Gründer – als persönlich verantwortliche und auch haftende Personen – Kontrolle über die Qualität haben können. Ein MVZ hat im Vergleich zu Einzelpraxen den Vorteil, die Buchhaltung, kaufmännische Tätigkeiten, Personalverantwortung, immer höhere Ansprüche im Qualitätsmanagement, Anschaffungskosten für Material und Geräte etc. zu teilen und so kosten- und zeitsparend zu arbeiten. Es liegen auch einige wenige Beispiele von gut funktionierenden MVZ vor, die trotz ihrer Größe eine leitliniengerechte Qualität einhalten können. In den Medien werden bekanntermaßen in erster Linie natürlich die Negativbeispiele veröffentlicht und nicht die MVZ erwähnt, die ein erfolgreiches und qualitativ angemessenes Konzept haben.
Aus anderen europäischen Ländern liegen allerdings besorgniserregende Berichte über fremdkapitalgesteuerte Dentalketten vor, deren Zersetzungsprozess schon weiter vorangeschritten ist. Das blitzartige aus dem Boden schießen von Großpraxen endete in vielen europäischen Ländern bereits in der Katastrophe.
In Frankreich wurde kürzlich der Fall der bankrotten Dentalkette Dentexia öffentlich gemacht. Über 1500 Patientenbeschwerden (3000 Betroffene) wurden aufgrund von fehlender, falscher, schlechter oder abgebrochener Behandlung bekannt. Ende letzten Jahres wurden 3 der Gründer in Untersuchungshaft genommen wegen „schwerer Täuschung, „betrügerischer Geschäftspraktiken“, „organisierte Geldwäsche“ „Vertrauensbruch“, „Missbrauch von Unternehmenseigentum“, „Steuerhinterziehung“ und „organisierter Bandenbetrug“. 22 Millionen Euro Schulden, 4 von 5 Millionen bereits bezahlten Behandlungen wurden nie durchgeführt und zahlreiche Gehälter nicht gezahlt. Das eigentliche Ziel des Gründers war es „Die Zahngesundheit für alle zugänglich zu machen – mit Angeboten, die zwei- bis dreimal niedriger als der Marktpreis sind“. Eingestellt wurden vor allem unerfahrene Assistenzärzte und Verkaufsassistenten. Rentabilität stand an oberster Stelle, ein bestimmter monatlicher Umsatz wurde vorgeschrieben. Mit aggressiver Werbung wurde das Billigangebot umworben. Patienten, die eine minimalinvasivere oder günstigere Behandlung als Implantate wünschten, wurden weggeschickt. Bezahlt wurde die Behandlung im Voraus. Fehlkalkulationen sorgten für ein Lieferstopp von Materialien, so dass Behandlungen teilweise nicht mehr durchgeführt werden konnten. Dennoch wurden weiter Patienten akquiriert. Sogar ein fachfremder Laie (Nichtzahnarzt) sollte auf Anweisung implantieren. Berufsvorschriften und Leitlinien wurden ignoriert. 9 von 10 Patienten verblieben mit unvollendeten Therapien oder den Folgen von Behandlungsfehlern zurück. Leider ist dies kein Einzelfall.
Zahnärztliche Praxen sollten für eine gute Qualität der Versorgung ihrer Patienten, für Therapiefreiheit der Behandler, zeitgemäße Zahnmedizin und angemessene Arbeitsbedingungen für Zahnärzte und Helferinnen stehen. Viele dieser Punkte können in Großpraxen, die teilweise ihre Versorgungen zu Dumpingpreisen anbieten, nicht eingehalten werden. Zudem werden Einzelpraxen durch die neue Möglichkeit der fachgleichen medizinischen Versorgungszentren langfristig nicht neben den großen Konkurrenten standhalten können, da diese durch die zahlreichen Behandler breitere Öffnungszeiten und auch kosteneffizientere Anschaffungen abdecken können.
Hinzu kommt, dass die zunehmende Bürokratie auch aufgrund der neuen – extrem bürokratischen und praxisfremden – Regulatorien für Einzelpraxen und kleinere Gemeinschaftspraxen nicht mehr ohne weiteres zu bewältigen sein wird. Durch dieses System geht langfristig das Prinzip der zahnärztlichen Freiberuflichkeit verloren.
Es obliegt der Politik zu handeln und die derzeitigen überwiegend negativen Entwicklungen zu stoppen. Ob die ursprüngliche Idee des Versorgungsstärkungsgesetzes der flächendeckenden Versorgung noch ausreichend umgesetzt werden kann, wird sich in der Zukunft zeigen. Sie bleibt aber höchst zweifelhaft.

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Keramikimplantate

Wissenschaftliche Ergebnisse aus klinischen Langzeitstudien, die bis zu zehn Jahre zurückreichen, zeigen, dass Keramikimplantate aus Zirkonoxid eine metallfreie und biokompatible Behandlungsalternative zu den derzeit üblichen Titanimplantaten bieten. Die veröffentlichten Erfolgs- und Überlebensraten von Keramikimplantaten liegen bei 95%, was vergleichbar mit den Raten von Titanimplantaten ist. Keramikimplantate ermöglichen es, die natürliche Ästhetik der Zahnwurzel zu imitieren.

Gerade im Frontzahnbereich lassen sich so sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielen. Ist die Gingiva beispielsweise sehr dünn, so kommt es vor, dass man die Titanschrauben durch die dünne Schleimhaut grau durchschimmern sieht. Bei zahnfarbenen Implantatschrauben lässt sich das vermeiden. Auf dem Zirkonoxid findet eine geringere Plaqueanlagerung statt. Somit besteht ein geringeres Risiko für eine periimplantäre Entzündung. Die Osseointegration, also das Verwachsen der umliegenden Knochengewebe mit der Implantatoberfläche, ist bei vielen

Zirkonoxidimplantaten vergleichbar mit modernen Titanimplantaten mit aufgerauter Oberfläche. Auch das Weichgewebe um das Keramikimplantat legt sich nachweislich optimal an, sodass eine reizfreie Anheftung entsteht. Im Vergleich zu Titanimplantaten konnte eine vergleichbare oder sogar bessere Heilung, weniger entzündliche Infiltrate, eine reduzierte Plaqueadhäsion und eine signifikante Reduktion der bakteriellen Adhäsion beobachtet werden. Dies führt in der Summe zu einem positiven Effekt auf die Gesundheit des periimplantären Weichgewebes. Auch Patienten, die sich aufgrund des Metalls bzw. Titans noch keine Implantate einsetzen lassen wollten oder konnten, können jetzt mit Implantaten versorgt werden. Es kommt zwar selten vor, dennoch gibt es Patienten, mit einer nachgewiesenen Titanunverträglichkeit.

Nach einer anfänglichen Phase der extremen Zurückhaltung, gibt es immer mehr Initiativen, die wissenschaftliche Beiträge zur fortschreitenden Entwicklung von Keramikimplantaten erstellen. Problematisch bei Keramikimplantaten sind die uneinheitlichen Qualitätsstandards der zwischenzeitlich vielschichtig angebotenen Systeme. Hier ist es wichtig, mit renommierten Implantatfirmen zusammenzuarbeiten, die auf mittlerweile mind. zehn Jahre Forschungsergebnisse zurückblicken können und somit technologische Vorreiter auf dem Gebiet der Keramikimplantate sind.
In den letzten Jahren konnten Zirkonoxidmaterialien optimiert werden, sodass das Material exzellente mechanische Eigenschaften wie eine Korrosions- und Abrieberesistenz sowie eine hohe Biegefestigkeit besitzt.

Zirkonoxid kann sich aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschafen durchaus als Alternative zum Titanimplantat etablieren, wobei es sehr wahrscheinlich das Titanimplantat nicht ersetzen wird, sondern eine Ergänzung zu diesem darstellt. Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen im Vergleich zu Titanimplantaten allerdings klinische Langzeitergebnisse, die länger als zehn Jahre zurückreichen.

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.

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Elektrische Zahnbürste vs. Handzahnbürste

Immer wieder gibt es neue Studien über die Vor- und Nachteile von elektrischen und Handzahnbürsten. Neuste Studien zeigen, dass bei gleicher Putzzeit elektrische Zahnbürsten eine bessere Reinigungswirkung erzeugen, als Handzahnbürsten. Die Mehrheit der Studien, die elektrische und Handzahnbürsten miteinander vergleichen, zeigen verbesserte Putzergebnisse bei elektrischen Bürsten in Hinblick auf die Plaque-Reduktion, Gingivitis und Zahnfleischbluten.

Bei elektrischen Zahnbürsten unterscheidet man zwischen rotierenden und oszillierenden Modellen, schallbetriebenen Zahnbürsten oder ultraschallbetriebenen Bürsten. Während rotierende Bürstenköpfe kreisende Bewegungen erzeugen, schwingen oszillierende Bürstenköpfe hin- und her.

Bei einer Schallzahnbürste wird der Bürstenkopf in hochfrequente mechanische Schwingungen von bis zu 30.000 Schwingungen pro Sekunde versetzt. Hierbei werden die Zähne nicht durch die Schallwellen als solches gereinigt, sondern durch die sich mit relativ hoher Frequenz bewegenden Borsten. Ultraschallzahnbürsten hingegen werden durch elektromagnetische Ultraschallschwingungen von bis zu 1,6 Millionen Impulsen pro Sekunde betrieben.

Die Schwingungen bei einer Ultraschallzahnbürste werden über eine Magnetspule im Bürsteninneren erzeugt. Das ständig wechselnde Magnetfeld sorgt für die Bewegung des Bürstenkopfes, der selbst auch einen Magneten enthält. Dadurch erfolgt die Reinigung der Zähne nicht durch Borsten – wie bei der herkömmlichen Schall Zahnbürste –, stattdessen bilden sich während des Putzens durch die Schwingungen der Ultraschallzahnbürste kleine Blasen, die daraufhin platzen und somit den Schmutz von den Zähnen katapultieren (Kavitationseffekt). Auf diesem Wege können Bereiche der Zähne gereinigt werden, die rein mechanisch nicht erreicht werden würden.
Entscheidend für die Effizienz der Zahnreinigung ist jedoch die korrekte Anwendung. Bei oszillierenden Modellen muss der Bürstenkopf an jedem Zahn einzeln aufgelegt werden. Wer also penibel putzt, dem sollte eine oszillierende elektrische Zahnbürste, am besten mit rundem Bürstenkopf, ausreichen. Wer nicht ganz so gründlich putzt, der sollte eine Schall- oder Ultraschallzahnbürste verwenden.

Der Kauf einer elektrischen Zahnbürste sollte immer den individuellen Bedürfnissen angepasst sein. Liegen zum Beispiel Probleme mit dem Zahnfleisch vor, sollte über eine Ultraschallzahnbürste nachgedacht werden, da elektromagnetische Schwingung schonender gegenüber dem Zahnfleisch ist, als mechanische Schwingung. Wurden sie schon öfter darauf hingewiesen, dass sie zu viel Druck beim Zähneputzen ausüben, ist eine elektrische Zahnbürste empfehlenswert, die einen bei zu hohem Druck darauf hinweist, weniger Druck anzuwenden. Schallzahnbürsten sind im Vergleich zu Ultraschallzahnbürsten weiter verbreitet, sollten aber bei den genannten Problemen in Erwägung gezogen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die modernen elektrischen Zahnbürsten in Bezug auf Putzleistung und Komfort den Handzahnbürsten überlegen sind, aber immer individuell entschieden werden sollte, welche Zahnbürste am sinnvollsten ist.

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