Implantatpflege

Zahnpflege – Implanatpflege
Der möglichst lebenslange Erhalt von Zähnen und Implantaten hängt von in hohem Masse von einer adäquaten Mundhygiene ab. Entscheidend für den Erfolg und die Effektivität  sind dabei sowohl die richtigen Technik, zweckmäßige Hilfsmittel und nicht zuletzt die lebenslange professionelle Betreuung durch geschultes Fachpersonal in der Zahnarztpraxis.

Unterschiede Implantat – Zahn

Es bestehen prinzipielle Unterschiede zwischen den eigenen Zähnen und Implantaten. Implantate können im Gegensatz zu den eigenen Zähnen nicht an Karies erkranken. Dafür ist der eigene Zahn durch seinen speziellen Verankerungsmechanismus im Knochen und Zahnfleisch besser vor parodontalen Erkrankungen („Parodontose“) geschützt. Zudem besitzt der Zahn – als lebender Körper – höhere Abwehr- und Heilfunktionen bei Auftreten dieser Erkrankung. Parodontale Erkrankungen am Implantat, die sogenannte Periimplantitis, muss also unbedingt verhindert werden, da bereits die frühe Form zu dauerhaften Schäden und zum Implantatverlust führen kann.

Trotz dieser Verschiedenheiten gibt es prinzipiell keine Unterschiede zwischen Zahnpflege und Implantatpflege. Genauso, wie bei der häuslichen Mundhygiene eigene Zähne und eigener Zahnersatz gereinigt wird, müssen auch Implantate (die künstlichen Zahnwurzeln) und der darauf befestigte Zahnersatz gereinigt werden.
Einige der wichtigste Fragen zur Mundhygiene sollen Ihnen hier beantwortet werden:

1. Welches ist die richtige Zahnbürste?

Die Zahnbürste sollte ein Borstenfeld von mittlerer Größe aufweisen (z.B. 3x1cm) damit alle Bereiche in der Mundhöhle erreicht werden können. Die Borsten sollten synthetisch hergestellt und an den Borstenenden abgerundet sein (multi-tufted). Dies verhindertVerletzungen von Zahnhart und -weichgeweben. Natürliche Haare (z.B. Dachshaar) weisen Hohlräume auf, die die Bakterienanlagerung und -vermehrung ermöglichen. Eine mittlere Härte der Bürste ist zu empfehlen, da zu weiche Bürsten nicht ausreichend reinigen und oft mit zuviel Druck angewendet werden und zu harte Bürsten Verletzungen an Zahn und Zahnfleisch hervorrufen können.

2. Sollte ich eine elektrische Zahnbürste benutzen?
Es ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass elektrische Zahnbürsten der manuellen Zahnbürste in der häuslichen Mundhygiene und im Putzerfolg deutlich überlegen sind. Die elektrische Zahnbürste reinigt in gleicher Zeit deutlich effektiver. Die korrekte Putzbewegung ist bereits in die Zahnbürste integriert, Putzfehler werden so vermieden und Putzdefizite können ausgeglichen werden. Dies gilt vor allen Dingen für die modernen schallaktiven Zahnbürsten (Ultraschallzahnbürsten). Sie weisen beim Zähneputzen sogar in einigem Abstand von den Borstenenden – also an Stellen, die sie mit der Bürste gar nicht erreichen – noch einen Putzeffekt auf (Kavitationseffekte).

3. Welches ist die richtige Zahnpasta?

Zahnpasten unterscheiden sich nur geringfügig durch ihre Inhaltsstoffe und ihren Geschmack. Die Zahnpasta sollte Fluoride in einer Konzentration von mindestens 1400ppm enthalten, da dies zu einer wissenschaftlich belegten Verhinderung von Karies beiträgt. Ansonsten kann die Zahnpasta je nach geschmacklich, farblichen und anderen Vorlieben gewählt werden. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Zahnpaste keine, bzw. nur eine geringe Menge an Tensiden enthält und dass sie keine groben Schleifkörper enthält. Woran erkenne ich das? Zahnpasten, die Werbung damit machen, strahlend weisse Zähne zu erzeugen, enthalten in der Regel große abrasive Putzkörper, die den Zahnschmelz auf Dauer schädigen. deshalb sollten diese Zahnpasten auch nur kurzfristig oder in Intervallen (z.B. zweimal die Woche) eingesetzt werden. Zahnverfärbungen können durch die häusliche Mundhygiene sowieso nur ungenügend entfernt werden. Sie gehören in die Hand des Experten und werden im Rahmen der professionellen Zahnreinigung entfernt. Tenside sind Lösungsvermittler und in allen Wasch- und Spülmitteln enthalten. Man erkennt sie durch starkes Schäumen. In Zahnpasten sollten sie nur in geringen Mengen enthalten sein. Also Zahnpasten, die stark schäumen sind zu meiden.

4. Benötige ich weitere Hilfsmittel zur Zahnreinigung?

Die Zahnbürste kann nur die Außen- und Oberflächen der Zähne reinigen. Die Zahnzwischenräume werden weder durch die manuelle noch durch die elektrische Zahnbürste erreicht. So verbleiben zwischen 20-30 % der Zahnflächen, die durch die Reinigung mit der Zahnbürste nicht geputzt werden. Um auch diese Bereiche adäquat sauber zu halten sind zusätzliche Mundhygienehilfsmittel notwendig. Beim Gesunden ist dies in der Regel die Zahnseide. Wenn die Zahnzwischenräume z.B. durch Parodontalerkrankungen – „Parodontose“ – größer werden muss auf andere effektivere Hilfsmittel ausgewichen werden. Das können sein Superfloss (ausgefaserte Zahnseide), Interdentalbürstchen, Zahnhölzchen oder ähnliches. Dies ist aber individuell sehr unterschiedlich und wird im Rahmen der Prophylaxesitzung individuell mit Ihnen abgestimmt. Der Effekt von Mundduschen ist wissenschaftlich nicht belegt und deshalb sehr umstritten. Richtig ist, dass die Munddusche Zahnbeläge nicht zerstören und somit entfernen kann. Dafür ist die Zahnbürste notwendig. Es sollte also eine korrekte Mundhygiene durchgeführt werden und anschließend kann mit der Munddusche gespült werden, sozusagen: „Für den guten Geschmack“. Gleiches gilt für Spüllösungen. Auch diese haben keinen Reinigungseffekt.
Merke: Zeit, die für die Anwendung von Munddusche oder Mundspüllösungen aufgebracht wird, darf keinesfalls zu Lasten der Zahnputzzeit gehen.

5. Kann ich Fehler bei der Zahn- und Implantatpflege machen?

Natürlich können bei der Mundhygiene Fehler gemacht werden. So können z.b. durch zu starken Putzdruck der Zahnschmelz stark abgetragen und die Weichgewebe geschädigt werden, so dass es zum Zurückziehen des Zahnfleisches kommen kann. Auch zu häufiges und zu langes Zähneputzen ist nicht zu empfehlen, da auch hierbei Schädigungen an Zahn und Zahnfleisch erzeugt werden. Wichtig ist nicht eine große Häufigkeit und eine lange Dauer der Zahnpflege, vielmehr ist die richtige individuelle Technik zusammen mit den individuell ausgewählten richtigen Hilfsmitteln entscheidend für den Erfolg der Mundhygienemaßnahmen.

6. Was kann ich sonst noch tun?
Die Gesunderhaltung Ihrer Zähne basiert auf drei Pfeilern. Der erste Pfeiler ist ihre  Ihre häusliche Mundpflege, nach Anleitung einer adäquaten Mundhygienetechnik. Lesen Sie dazu bitte auch hier. Der zweite Pfeiler ist eine gesunde ausgewogene Ernährung. Tipps für eine zahngesunde Ernährung erhalten sie sie im Rahmen der Individualprophylaxe durch Ihre Prophylaxeassistentin und können sie hier nachlesen.  Der dritte Pfeiler ist die professionelle Zahnreinigung und -politur, die in dem Krankheitsgeschehen angemessenen, individuellen Intervallen wiederholt wird, um die Chance für eine erneute Erkrankung so gering wie möglich zu halten oder unmöglich zu machen. Denn jede, noch so gute, zahnärztliche Behandlung und häusliche Mundhygiene ist ohne Prophylaxe längerfristig sinnlos. Durchgeführt wird diese zeit- und kostenintensive individuelle Betreuung durch eine speziell in Intensivprophylaxe und Zahnreinigung geschulte Fachkraft, die Prophylaxeassistentin oder die DH (Dental Hygeinist).

7. Woran erkenne ich, dass ich bei der Zahnreinigung alles richtig mache?
Wenn sie bei der Zahnpflege alles richtig gemacht haben, sollten sich auf der Zahn- oder Implantatoberfläche keinerlei sichtbare oder fühlbare Beläge mehr befinden. Mit der Zunge müssen sich die Oberflächen sauber und glatt anfühlen. Das gesund Zahnfleisch weist eine helle rosa Färbung auf und liegt straff an den Zähnen an. Weder beim Essen noch bei der Zahnreinigung dürfen unangenehme Empfindungen, Blutungen oder gar Schmerzen auftreten. Ein weiteres wichtiges Indiz, dass sie alles richtig machen ist das Lob ihrer Prophylaxeassistentin in einer ihrer individuellen Prophylaxesitzungen.

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